Im Rahmen des Ökologie-Semesters beschäftigen wir uns in den Biologie-Leistungskursen unter anderem mit der Bedeutung von Artenvielfalt. Am 18. Juni haben wir deshalb gemeinsam eine Methode zur Untersuchung der Vielfalt von Tierarten, die in einem kleinen Gebiet gemeinsam leben, kennengelernt und gleich angewendet. Die Frage, die wir uns zu Beginn der Stunde gestellt haben, war, ob es legitim wäre, eine Verbindungsstraße durch ein fiktives Waldgebiet zu bauen. Um diese zu beantworten, haben wir untersucht, ob, bzw. welche gefährdeten Tierarten dort leben. Wildkameras eignen sich hierfür nicht, weil sie zum Beispiel kleine Lebewesen wie Nagetiere schlecht erfassen können. Stattdessen haben wir uns den Gewöllen von Schleiereulen gewidmet, die von diesen ausgespien werden und die nicht-verdaulichen Reste ihrer Nahrung beinhalten: Fell und Knochen. Anhand letzterer, insbesondere der Schädelknochen, haben wir nach einer kurzen Einführung mit größeren Modellschädeln, die verschiedenen Arten in unserem fiktiven Waldgebiet bestimmt. Nachdem wir die kleinen Schädelknochen vom Fell befreit hatten, konnten wir die Arten mithilfe eines Bestimmungsschlüssels identifizieren. Wir haben sie unter anderem ausgemessen, Zähne gezogen und mit Lupen betrachtet. Zu zweit haben wir jeweils ein Gewölle auseinandergenommen und die Ergebnisse protokolliert. Zum ersten Mal wurden bei diesem Projekt auch die Überreste einer Fledermaus, der Fransenfledermaus, gefunden. Ansonsten haben wir hauptsächlich Nagetiere und Insektenfresser, wie Wühlmäuse oder Spitzmäuse entdecken können. Eine anschließende kurze Recherche ergab, dass sich unter den von den beiden Kursen identifizierten Arten auch einige befanden, welche auf der roten Liste als „gefährdet” ausgewiesen werden. Eine Art, die Nordische Wühlmaus, wird in Berlin sogar als „stark gefährdet” im Rest Deutschlands als „gefährdet“ eingestuft, weswegen sich die Kurse mehrheitlich in ihrem Urteil gegen den Bau der Verbindungsstraße durch das untersuchte Waldgebiet ausgesprochen haben.
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |




